Wer kennt ihn nicht, den feinsinnigen, oft hintersinnigen Joachim Ringelnatz (1883 – 1934), der auch heute noch zu den beliebtesten Autoren des 20. Jahrhunderts zählt? Joachim Ringelnatz in erster Linie bekannt als Dichter komischer Verse und Erfinder der Seefahrers Kuttel Daddeldu. Er schrieb aber auch viele sehr nachdenkliche Texte wie Novellen, Romane und sogar Kinderbücher.

Geboren wurde Ringelnatz als Hans Bötticher. Bereits nach der Schulzeit fuhr er zur See, schlug sich aber unter anderem auch als fahrender Sänger und Gelegenheitsarbeiter durch. In der Schwabinger Künstlerkneibe „Simplicissimus” trat er ab 1909 auf und wurde schon bald zum Hausdichter ernannt. Den Ersten Weltkrieg hat er bei der Kriegsmarine verbracht und wurde Offizier.

Zum Ende des Ersten Weltkriegs war er dann auch in Cuxhaven stationiert und hat diese Zeit und den Kriegsalltag in seiner Autobiografie "Als Mariener im Krieg" ausführlich beschrieben.

In der Nachkriegszeit dann machte er sich schnell einen Namen in Kabarett- und Theaterkreisen, aber auch als Maler, Zeichner und sogar als Schauspieler. In seiner Münchner und Berliner Zeit war er eng befreundet mit Berühmtheiten wie z.B. Kurt Tucholsky, Claire Waldoff, Otto Dix, Hans Albers und Asta Nielsen.

1933 erhielt Ringelnatz Auftrittsverbot durch die Nationalsozialisten. Er starb 1934.

Das Joachim-Ringelnatz-Museum mitten in Cuxhaven, direkt gegenüber dem Schloss Ritzebüttel bietet einen einzigartigen Einblick in das künstlerische Leben und Werk dieses Multitalents mit seinem schillernden, spannenden Lebenslauf. Die Dauerausstellung zeigt neben Handschriften, Büchern und Fotografien zur Biografie von Joachim Ringelnatz auch zahlreiche seiner eindrucksvollen Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen.

Gehen Sie auf Entdeckungsreise durch das Werk und das Leben dieses faszinierenden Künstlers, das sowohl im Heiteren als auch im Ernsten von der zeitgenössischen deutschen Geschichte erzählt. Das Museum bietet Audioguides für Kinder und Erwachsene, Führungen auf Anfrage und neue Multimedia-Stationen.

»Abenteurer, wo willst du hin?«

…Ich will mich treiben lassen

In Welten,

die nur ein Fremder sieht.

Ich möchte erkämpfen, erfassen,

Erleben, was anders geschieht…

Joachim Ringelnatz: Gedichte dreier Jahre, 1932

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an: ringelnatz@ewetel.net

Öffungszeiten:
Dienstags bis Sonntags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr