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Küstentalk

Atelier unter freiem Himmel in Cuxhaven

Ina und Markus Landt präsentieren Kunstgrafik an der Wäscheleine, am liebsten an natürlichen Orten, wie dem Wattenmeer in Cuxhaven

Poetische Orte öffnen die Augen - für das Worpsweder Malerehepaar Ina und Markus Landt ist das Watt in Cuxhaven, Duhnen, Sahlenburg und Döse  ein Ort, an dem sie ihre Inspiration schöpfen. Ihre Werke, wie "Arbeitsplatz Sonnenforschung" fanden ihren künstlerischen Ursprung in einem Strandkorb in Sahlenburg - ihrem liebsten Arbeitsplatz. 

"Die großen poetischen Bilder, die denkst du dir nicht aus, die gibt es", verdeutlicht die Malerin Ina Landt. Und die Inspiration für ihre farblichen und gestochen scharfen Kompositionen in Kupferdruck- und Radiertechnik fänden sie in der Natur des Wattenmeeres vor Cuxhaven selbst. "Die Wolken - und immer wieder diese Weite - beflügeln uns", fügt sie an. Die Werke betitelt mit "Arbeitsplatz Sonnenforschung", "Fisch - Gebet des Meeres" oder "Himmelskranich" entstünden eben  an diesen gigantisch poetischen Orten wie dem Watt in Cuxhaven, sinnieren Ina und Markus Landt. 

Sie sind Künstler, die dort zuhause sind, wo ihnen Licht und Natur vor ihrem geistigen Auge ein Schauspiel kreieren - am Meeressaum in Cuxhaven, Sahlenburg, Duhnen und Döse, in der Toskana, in Worpswede. Sie, Mitte Vierzig mit Lockenmähne, groß und schlank, und er gleichen Alters, ein begnadeter Redner mit blauen Augen, erzählen gern, dass sie ihren Traum vom Künstlerleben gegen alle Widerstände immer gelebt hätten. Cuxhaven gehöre immer dazu.  

Kunst im öffentlichen Raum 

Das begann vor 25 Jahren. "Dann haben sich Türen geöffnet", blicken sie für einen Moment zurück. "Das Besondere an unserer Kunst ist, dass wir uns nicht an elitären Räumen orientieren. wir gehen zu den Menschen", beschreiben die Landts. "Unsere Kunstgrafiken hängen an der Wäscheleine zwischen Strandkörben, vor dem Holzgerüst der Kugelbake, zwischen Bäumen und Masten. Grafische Blätter gehalten von hölzernen Wäscheklammern." Damit stünden sie am Strand, auf Wochenmärkten - ohne Prosecco und Vernissage, ohne Schickeria. Ihre Galerie befindet sich immer an einem anderen Ort und meistens unter freiem Himmel. Ihre Idee ist kreativ und von Erfolg gekrönt. Sie sichert den Eltern dreier Kinder den Lebensunterhalt. 

"Wir haben uns die Brücken zurückgebaut", erklären sie, hielten Abstand zu den elitären Kreisen des herkömmlichen Kunstmarktes. "Damit haben wir unsere Arbeit längst von der Zwanghaftigkeit befreit." Alles mache nur Sinn, wenn wir die Dinge lieben, die wir tun und genau das steigere letztendlich die Qualität, meint das Künstlerpaar. "Unter der Grafikleine am Strand von Cuxhaven sprechen wir mit den Menschen unter anderem über Motivation als die heiligste Quelle eines Menschen, über Veränderung im Bildungssystem, über ihr Heimatmeer, die Nordseeküste Cuxhavens und erzählrn von poetischen Orten, schildern sie. 

Der Clou: "Diese Gespräche bauen Vorurteile ab. Wenn du das pflegst, entsteht Kultur. Wir sind Künstler, weil uns das Menschliche interessiert und das Menschliche offenbart sich in seinen Schwächen." Ina und Markus Landt werfen sich die Sätze zu ,  wie Spielbälle. "Schwäche ist längst nicht potenziallos", meint er. Das Problem sei die Halbherzigkeit, mit der viele Menschen zur Arbeit gingen. Der erfolgreiche Künstler arbeite aus vollem Herzen heraus. Wahre Künstler seien Vorbilder, weil sie sich nicht nur am vollendeten Werk orientieren, sondern zu den Menschen gingen, und mit einem von Empathie getragenen Blick auf die Welt versuchten, diese ein Stück weit zu verändern.

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