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Hafen

Hafen-Report

Cuxhaven hat viele Häfen

Wie lange habe ich auf meinen Urlaub gewartet. Nur noch wenige Stunden und ich sage: "Tschüß, Chef!" Doch diesmal ist alles anders. Ich werde nicht zuerst an der Strandpromenade flanieren und ein Eis essen. 

Diesmal will ich eintauchen in kleine Abenteuer. Ganz genau werde ich sie beobachten, die Containerschiffe, die Passagier- und Ausflugsschiffe, den hyper-modernen Katamaran, die Segelschiffe, die Polizeischiffe, die Rettungsschiffe. Alle fahren am grünen Strand von Grimmershörn vorbei. Ich will sie von nahem sehen, wenn sie in einem der Häfen von Cuxhaven festmachen. Was haben sie geladen? Wer kommt so von Bord? Und wie sieht wohl der Kapitän aus? 

Welche Überraschung hält die Stadt am weltbekannten Schifffahrtsweg, der Elbe, für mich bereit? Immerhin befinde ich mich dann an der nördlichsten Spitze Niedersachsens. Ich bin von zwei Seiten von Wasser umgeben. Warten Seeräuber-Geschichten auf mich oder entscheide ich mich dafür, das maritime Hafen-Flair einfach nur auf mich wirken zu lassen?  All das rückt gleich näher.

Cuxhaven ist geprägt von zwei Wirtschaftszweigen: Fischwirtschaft und Tourismus. Überhaupt: Beim Gedanken an frischen Fisch, gönne ich mir doch als Einstimmung in mein Hafen-Abenteuer ein leckeres Krabben-Brötchen. Fisch hat hier eine lange Tradition. Erstmals im Jahr 1885, endgültig aber im Jahr 1908 wurde der Seefischmarkt ins Leben gerufen. Und damit hatte die Stadt ihr Gesicht. Steht ihr gut, wie ich finde. Ende der 50er Jahre war Cuxhaven Deutschlands größter Fisch-Industriestandort.

Doch heute muss ich mich orientieren. Es gibt hier so verschiedene Häfen. Plötzlich weiß ich es: Ich fange dort an, wo mir gerade mein Krabbenbrötchen schmeckt, im Alten Fischereihafen. Es war der erste Hafen in der Geschichte der Stadt. Dieser uralte Hafen ist mir so sympathisch. Ist doch klar: Na, wegen des Krabbenbrötchens. Nur noch eine kleine Flotte Cuxhavener Krabbenkutter liegt hier. Es sind wohl die letzten ihrer Zunft. Aber die Bürgerinnen und Bürger lieben ihn doch sehr, ihren Alten Fischereihafen. Und in so mancher Protestbewegung haben sie um den Erhalt ihrer Hafenanlage gekämpft, so als nähme man ihnen den Besitz. Seitdem gibt es hier auch wieder einen regelmäßigen Fischmarkt. 

Gleich nebenan liegt der Neue Fischereihafen. Von Hafenromantik ist hier keine Spur. Im Gegenteil, hier riecht es gewaltig nach Arbeit. Ein Umschlagkai liegt neben dem anderen. Kräne, Lagerplätze gesellen sich dazu und natürlich die Fischtrawler für die Hochseefischerei. Das sind wahrlich schwimmende Fischfabriken. Cuxhaven widmet sich nicht nur der Krabbenfischerei sondern ist mit Fug und Recht Standort der Kleinen und Großen Hochseefischerei. Habe ich nicht kürzlich erst im maritimen Museum im Cuxhavener Hafen von der harten Arbeit an Bord der Fischtrawler erfahren können, den Gefahren auf See, dem Kampf ums Überleben bei harten Stürmen auf See. Das hat mich schwer beeindruckt. 

Die Kleine Hochseefischerei fischt den Seelachs in der mittleren Nordsee und zwischen Dänemark und Norwegen. Die Kutterfisch-Zentrale in Cuxhaven war der erste deutsche Fischereibetrieb, der für die Seelachsfischerei das MSC-Zertifikat bekam – im Jahr 2008. Die Große Hochseefischerei in Cuxhaven gehört der Deutschen Fischfang Union an. Die Hochsee-Trawler fischen im Nordatlantik. Zu Gesicht bekomme ich die großen Kutter an ihrem Liegeplatz am Hansakai im Neuen Fischereihafen heute nicht. Es gibt aber noch mehr Häfen in Cuxhaven, wie den Amerikahafen, den Alten Hafen oder den Yachthafen. 

Wie viele Besucher Cuxhavens pilgere ich Richtung Fährhafen. Von dort bringen die Ausflugsschiffe die Touristen zu den Seehundsbänken, zu Deutschlands einziger Hochsee-Insel Helgoland oder der Insel Neuwerk. Ich entscheide mich heute für die Hafen-Rundfahrt. Doch vorher laufe ich noch eben die Treppen zur "Alten Liebe" rauf. Wie ein Hafen-Bollwerk steht es da, das zweistöckige schneeweiße Holzbauwerk. 

Insider-Tipp für den Hafen-Rundgang

Parken ist dort möglich auf der Stellfläche "Am Alten Hafen". Von dort geht es einmal um das Maritime Sicherheitszentrum herum über die Klappbrücke hinweg, rechts ab durch die Kapitän-Alexander-Straße. Will man keine der schönen Aussichten verpassen, sollte man nach der Klappbrücke links ab auf den Kai abbiegen.  Von dort reicht das Auge bis zum Horizont. Am Ende der Kapitän-Alexander-Straße führt der Weg einmal um das Havenhostel herum an den Nordseekai. Direkt an der Wasserkante des Alten Fischereihafens führt der Weg zurück zum Parkplatz.

Der zweite Teil des Hafen-Rundgangs startet auf der anderen Seite des Alten Fischereihafens. Parken ist am Anfang und am Ende der Präsident-Herwig-Straße möglich. Wieder geht es über eine Klappbrücke. Die Augen links gerichtet, sieht man die Hapag-Hallen und das Steubenhöft, den Pier des Amerika-Hafens, auch Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. 

Text/Foto: Carmen Monsees

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